Social Media: Mitspielen – aber nach deinen Regeln
Rund um die Bundestagswahl ist auf Social Media etwas gekippt: Mehr Aufklärung, mehr Haltung – aber auch mehr Empörung, mehr Lautstärke, mehr Überforderung.
Vielleicht hast du das selbst so erlebt. Selbst in eigentlich unpolitischen Ecken wurden plötzlich Wahlprogramme erklärt und Fakten geteilt. Ich habe das in meiner eigenen Instagram-Bubble erlebt – sogar ein Hunde-Account hat komplett auf politische Inhalte umgestellt. Die Resonanz war riesig. Kommentare wie „Jetzt habe ich es endlich verstanden“ zeigen: Diese Inhalte erreichen Menschen, die klassische Medien oft nicht mehr erreichen.
Und gleichzeitig hat genau das etwas ausgelöst: Der Feed wurde hektischer. Wütender. Anstrengender. Aus Unterhaltung wurde Daueranspannung. Auch ich wurde wütender und impulsiver, polarisierender. Die Konsequenz für mich: weniger scrollen, bewusster auswählen. Informationen hole ich mir wieder gezielt aus verlässlichen Quellen und lasse sie mir weniger vom Algorithmus aussuchen.
Denn genau da liegt das Problem: Social Media folgt eigenen Spielregeln. Algorithmen belohnen, was Aufmerksamkeit erzeugt – nicht unbedingt, was einordnet oder beruhigt.
Deshalb ist die entscheidende Frage nicht: Mitspielen oder nicht?
Sondern: Wie spielst du mit?
Meine klare Antwort: Mitspielen, aber nach eigenen Regeln.
Deine Basis ist nicht Instagram, nicht LinkedIn, nicht irgendeine Plattform. Deine Basis ist das, was dir gehört: deine Website, dein Newsletter, deine Inhalte. Dort entscheidest du, was sichtbar ist und bleibt – und wie tief du gehst.
Social Media ist dann nur noch das, was es sein sollte: ein Werkzeug für Reichweite und Austausch. Nicht der Ort für komplettes digitales Leben.
Konkret heißt das für mich:
Ich nutze unterschiedliche Plattformen bewusst für unterschiedliche Zwecke. Austausch und Perspektiven finde ich eher auf Netzwerken wie Mastodon oder Bluesky. Sichtbarkeit bleibt auf Instagram. Geschäftliche Vernetzung passiert auf LinkedIn.
Seit ich das klarer trenne, fühlt sich Social Media wieder leichter an. Weniger wie ein Strudel – mehr wie ein nützliches, aber nicht notwendiges Werkzeug.
Und genau darum geht es: nicht auszusteigen, sondern die Kontrolle zurückzuholen und bei sich zu bleiben.
